Newsletter #55 | Februar 2024

Liebe Leser*innen, Gründerinnen und Gründungsinteressierte,

unser aktueller Februar-Newsletter ist da! Wir freuen uns, Ihnen unsere brandneuen Kurse vorzustellen, die eine Vielzahl spannender Lernangebote bereithalten.

Wir berichten über die ISI-Kunstausstellung “Sichtbar&SEIN“, deren Vernissage am 13. Februar mit 300 Gästen in der mexikanischen Botschaft stattfand und die die Bedeutung der Kunst im Dialog über Migration und Identität hervorhebt und ihre Botschaft über Grenzen und Barrieren hinweg trägt.

Abschließend werfen wir einen Blick auf den März, in dem wir eine Reihe von Veranstaltungen zum Internationalen Frauentag planen. Freuen Sie sich auf ein abwechslungsreiches Programm und bleiben Sie uns gewogen!

Die türkische Tageszeitung Hürriyet/Internet berichtet über die Eröfnnung der Austellung

🇹🇷Başkent Berlin’de göçmen kökenli sanatçı kadınlar, Göçmen Kökenli Müstakil Kadınlar Girişimi (Inıtiative Selbsstaendige Immigrantinnen -I.S.I e.V.) ve Ludwig-Erhard-Forum (LEF) öncülüğünde bir ‘Vernissage sergisi’ açtılar.

 

BERLİN’in Tiergarten kesimindeki Meksika Büyükelçiliği’nde açılan sergide, farklı ülkelerden göç ederek Almanya’yı vatan edinen Shahla Aghapour, Andrea Agraz Rodriguez, Kseniia Antipina, Ilinca Barbato, Clare Celeste, Emilia Kuczkowska, Olena Lazutkina, Daniela Lella, Marera, Nicole Marra, Fernanda Porto, Morana Pribetic, Renata Salas Rosas, Laura Soria gibi göçmen kökenli sanatçıların eserleri yer aldı. ‘Görünebilir Olmak-Göç, Kadınlar ve Sanatsal Kimlikler’ başlıklı sergiye ev sahipliği yapan Meksika’nın Berlin Büyükelçisi Francisco Quiroga, bir göç ülkesi olan Meksika’nın diplomatik temsilciliğinde böyle bir serginin açılmasından memnuniyet duyduğunu söyledi.

GÖÇMENLER BU TOPLUMUN BİR PARÇASI
I.S.I. Derneği yöneticilerinden İran kökenli Shahla Payam, göçmen kökenli kadınlara şu andakilere olduğu gibi gelecekteki göçmen kökenli nesillere de önemli görevler düştüğünün altını çizdi. Sanatın ve sergilenen renkli eserlerin bu ülkenin ve toplumunun çok renkliliğinin simgesi olduğunu vurgulayan Payam, kadınlı-erkekli, büyüklü-küçüklü göçmen kökenlilerin bu toplumun bir parçası olduğunu söyledi. Payam, aşırı sağcıların yaptıkları gizli toplantılarda göçmen kökenlileri sınır dışı etme planlarını kınarken, milyonlarca insanın aşırı sağa karşı sokaklara dökülmesinin demokrasi açısından sevindirici olduğunun altını çizdi. 1949-1963 yıllarında Federal Ekonomi Bakanı, 1963-1966 yıllarında da Almanya Başbakanı olan görev yapan ve ‘ekonomik mucizenin mimarı’ olarak bilinen Ludwig Erhard adına kurulan ve sergiye tam destek veren Ludwig Erhard Forum sorumlularından Prof. Stevan Kolev de bir selamlama konuşması yaptı.

GÖÇMEN KÖKENLİ KADINLARI YÖNLENDİRME
I.S.I Derneği, göçmen kökenli kadınları kendi işletmelerini, kendi şirketlerini kurmaya yönlendirme, bağımsız hale gelebilmeleri için onlara yol gösterme hedefiyle 30 yılı aşkın süre önce kuruldu. Derneğin kurucularından olan ve 1968 yılından beri Berlin’de yaşayan Meksika-Amerika kökenli Dr. Czarina Wilpert, Berlin Teknik Üniversitesi’nde yıllar önce UNESCO ile birlikte ‘göç’ konulu bir konferans düzenlendiğini ve o konferansa Fransa’da, İngiltere’de göçmen kökenli kadınların kendi iş yerlerini kurmaya başladıklarının dillendirilmesi üzerine, konferansa katılan Türkiye kökenli iki bilim kadınının “Bizim annelerimiz de, bizim kadınlarımız da çok yetenekli. Onları yönlendirelim” demeleri üzerine 1988 yılında bir araya geldiklerini ve uzun süren hazırlıklardan sonra 1990 yılında I.S.I’yi kurarak bir yıl sonra faaliyete geçtiklerini de söyledi.

‘İLK ULUSLARARASI KADIN DERNEĞİNİ KURDUK’
O dönemlerde Türkiye kökenli birçok kadının sanayi kuruluşlarında, fabrikalarda işçi olarak çalıştıklarını hatırlatan Czarina Wilpert, “Berlin’de o zamanlar ulusal kadın dernekleri vardı. Ama biz uluslararası ilk kadın derneğini kurduk Berlin’de. Berlin Kadınlar Senatörü de bize çok yardımcı oldu” dedi. “Göçmen kökenli kadınlardan göçmen kökenli kadınlar için” sloganıyla göçmen kökenli kadınlara kendi iş yerlerini kurmaları için yol göstermeyi ve onları yönlendirmeyi sürdürdüklerini belirtirken, bundan gurur duyduklarını da vurguladı. Aralarında Türkiye kökenli iş kadını Edalet Karnazt gibi kendilerine destek veren Türkiye kökenli kadınların bulunduğunu ve bunun sevindirici olduğunu da söyledi. Wilpert, kuruluşundan bu yana I.S.I’nin Berlin’de 1500’ün üzerine göçmen kökenli kadını yönlendirerek yol gösterdiği ve Avrupa Sosyal Fonu çerçevesinde destek vererek kendi iş yerlerini kurmalarına öncülük ettiğini belirtti.


🇩🇪 Deutsche Übersetzung des Zeitungsartikels von Ahmet Külahci – Hürriyet Zeitung vom 16.02.24:

In Berlin wurde die Ausstellung “Sichtbar sein” eröffnet Aktualisierungsdatum: 16. Februar 2024, 12:44 Uhr In der Hauptstadt Berlin haben Künstlerinnen mit Migrationshintergrund eine “Vernissage-Ausstellung” unter der Leitung der Initiative Selbstständige Immigrantinnen (I.S.I e.V.) und des Ludwig-Erhard-Forums (LEF) eröffnet.

Die Ausstellung fand in der Botschaft von Mexiko im Tiergarten-Bezirk von Berlin statt und präsentierte Werke von Künstlerinnen mit Migrationshintergrund, die aus verschiedenen Ländern nach Deutschland gekommen sind, darunter Shahla Aghapour, Andrea Agraz Rodriguez, Kseniia Antipina, Ilinca Barbato, Clare Celeste, Emilia Kuczkowska, Olena Lazutkina, Daniela Lella, Marera, Nicole Marra, Fernanda Porto, Morana Pribetic, Renata Salas Rosas, Laura Soria und andere. Der Botschafter von Mexiko in Berlin, Francisco Quiroga, der die Ausstellung mit dem Titel “Sichtbar sein – Migration, Frauen und künstlerische Identitäten” beherbergte, zeigte sich erfreut über die Eröffnung einer solchen Ausstellung in der diplomatischen Vertretung eines Einwanderungslandes wie Mexiko.

MIGRANTEN ALS TEIL DIESER GESELLSCHAFT Shahla Payam, eine der Leiterinnen der I.S.I. Vereinigung mit iranischem Hintergrund, betonte die wichtige Rolle von Migrantinnen für die gegenwärtige und zukünftige Generationen von Migrantinnen. Payam hob hervor, dass Kunst und die ausgestellten farbenfrohen Werke Symbole für die Vielfalt dieses Landes und dieser Gesellschaft sind, in der Menschen mit unterschiedlichem Geschlecht, Größe und Migrationshintergrund integraler Bestandteil sind. Sie verurteilte auch die Pläne rechtsextremer Gruppen, Migrantinnen auszugrenzen, und betonte die erfreuliche Tatsache, dass Millionen von Menschen gegen Rechtsextremismus auf die Straße gehen, was für die Demokratie positiv ist. Professor Stevan Kolev, Verantwortlicher des Ludwig Erhard Forums, das nach Ludwig Erhard benannt ist, einem ehemaligen Bundeswirtschaftsminister und von 1963 bis 1966 deutschen Bundeskanzler, unterstützte die Ausstellung ebenfalls mit einer Begrüßungsrede.

UNTERSTÜTZUNG VON MIGRANTINNEN Die I.S.I. Vereinigung wurde vor mehr als 30 Jahren gegründet, um Migrantinnen dazu zu ermutigen, ihre eigenen Unternehmen zu gründen und unabhängig zu werden. Dr. Czarina Wilpert, eine der Gründerinnen der Organisation, die seit 1968 in Berlin lebt und mexikanisch-amerikanische Wurzeln hat, erklärte, dass die Idee zur Gründung der I.S.I. auf einer Konferenz zum Thema “Migration” basierte, die sie in den 1980er Jahren an der Technischen Universität Berlin gemeinsam mit der UNESCO organisierte. Nach dieser Konferenz, bei der Migrantinnen in Frankreich und Großbritannien begonnen hatten, ihre eigenen Unternehmen zu gründen, kamen zwei Wissenschaftlerinnen türkischer Herkunft auf sie zu und sagten: “Auch unsere Mütter und Frauen sind sehr talentiert. Lassen Sie uns sie unterstützen.” Daraufhin gründeten sie 1988 die I.S.I. und starteten ein Jahr später ihre Aktivitäten nach langen Vorbereitungen.

‘WIR HABEN DIE ERSTE INTERNATIONALE FRAUENVEREINIGUNG GEGRÜNDET’ Czarina Wilpert erinnerte daran, dass viele türkischstämmige Frauen damals in Industrieunternehmen und Fabriken als Arbeiterinnen tätig waren. “In Berlin gab es damals nationale Frauenvereine. Aber wir haben den ersten internationalen Frauenverein in Berlin gegründet. Die Senatorin für Frauen in Berlin hat uns sehr geholfen”, sagte sie. Sie betonte, dass die I.S.I. weiterhin stolz darauf sei, Migrantinnen mit dem Slogan “Von Migrantinnen für Migrantinnen” dabei zu unterstützen, ihre eigenen Unternehmen zu gründen und sie zu lenken. Sie freute sich auch über die Unterstützung von türkischstämmigen Frauen wie der Geschäftsfrau Edalet Karnatz und betonte, dass dies erfreulich sei. Wilpert erklärte, dass die I.S.I. seit ihrer Gründung in Berlin mehr als 1500 Migrantinnen unterstützt und durch den Europäischen Sozialfonds gefördert habe, indem sie sie dazu ermutigt hat, ihre eigenen Unternehmen zu gründen.

Das ISI-Kunstprojekt “Sichtbar&SEIN”: Ein Gespräch mit Shahla Payam und Cristina Cipolletta

Die ISI-Ausstellung „Sichtbar&Sein“ in der Botschaft von Mexiko. Ein Gespräch mit Shahla Payam und Cristina Cipolletta

Am Dienstag 13. Februar 2024 fand die Vernissage der Ausstellung “Sichtbar&SEIN – Migration, Frauen und künstlerische Identitäten“ in der Botschaft von Mexiko statt. Mehr als 300 Besucher*innen haben die eindrucksvolle Veranstaltung miterlebt. Ihr seid die Initiatorinnen des Projekts, wie kam es zu diesem Kunstprojekt und zu der Ausstellung?

Cristina Cipolletta (C.C.): ISI e.V. hat seit mehr als 30 Jahren eine klare Aufgabe: Frauen mit Migrationsgeschichten zu stärken, sie auf dem Weg in die wirtschaftliche und persönliche Selbständigkeit zu unterstützen und ihre gesellschaftliche Teilhabe und Sichtbarkeit zu erhöhen. Das Kunstprojekt ist eines von mehreren Projekten, die diesem Ziel dienen. Wir möchten Künstlerinnen dabei unterstützen, von ihrer Inspiration und ihrem Talent zu leben und ihre Migrationsgeschichte als Bereicherung und Mehrwert in ihre Arbeit einzubringen.

Der Weg in die Selbständigkeit ist für migrantische Frauen generell nicht leicht. Welche sind aber die besonderen Herausforderungen, mit denen Künstlerinnen mit Einwanderungsgeschichte konfrontiert sind?

Shahla Payam (S.P.): Künstlerinnen mit Einwanderungsgeschichte stehen vor vielen Hürden. Oft fehlen ihnen Kontakte, Netzwerke und finanzielle Ressourcen, um als Kunstschaffende ihre Existenz zu sichern. ISI als etablierter Verein kann hier Brücken bauen und durch Kontakte, Kooperationen und Partnerschaften Möglichkeiten schaffen, die für Einzelne schwer zugänglich sind. Wir haben bei diesem Projekt starke Partner, die engagiert zu dem Erfolg beigetragen haben und denen wir sehr dankbar für ihre Unterstützung sind: Das Ludwig-Erhard-Forum für Wirtschaft und Gesellschaft, die Botschaft und das Kulturinstitut von Mexiko sowie mehrere Sponsoren. An dieser Stelle möchte ich die außerordentlichen Bereicherung, die wir durch die Unterstützung von Isabella Spies von Ludwig Erhard Forum für Wirtschaft und Gesellschaft und die Kuratierung der Ausstellung durch Andrea Agraz Rodriguez gewinnen dürften. 

Wie nutzt ISI e.V. seine Ressourcen und sein Ansehen als Plattform und Sprungbrett für Künstlerinnen mit Migrationsgeschichten?

C.C.: Die Kunstausstellung ist ein Teil unseres umfassenden Ansatzes zur Unterstützung von Frauen mit Migrationsgeschichten in allen Bereichen der Selbstständigkeit. Wir analysieren individuell die Bedürfnisse, welche die Frauen mitbringen, und die Anforderungen, mit denen sie konfrontiert sind, und passen unsere Unterstützung entsprechend an. Die Idee ist nicht nur die Kunstausstellung selbst. Um erfolgreich zu sein, braucht es umfassende berufliche Sachkenntnis. Deshalb unterstützen wir Frauen dabei, sich individuelle Karrierewege zu erschließen, ihr Wissen als Selbstständige praxisnah auszubauen und ihre Werke öffentlich zu präsentieren durch Kurse, Coaching und Mentoring zu Themen, welche sie in die Lage versetzen, die eigene Existenz als Kunstschaffende zu sichern, also auch zu wirtschaftlichen Fragen, vom Marketing bis zu den Steuern. Dies ist die Basis, auf der ISI dann eine Plattform und ein Sprungbrett bieten kann, um Aufmerksamkeit zu erregen. Es geht darum, Kontakte zu vermitteln, Netzwerke zu knüpfen und eben auch unmittelbar die Sichtbarkeit der Künstlerinnen in solch einer Ausstellung zu erhöhen. Dies schafft eine Win-Win-Situation, bei der auch der Verein und seine Projekte profitieren.

Mit solch einer Ausstellung tritt ISI stärker als mit seinen anderen Aktivitäten in die Öffentlichkeit. Wie trägt die Kunstausstellung dazu bei, den Dialog über Migration zu fördern?

S.P.: Die Kunstausstellung ermöglicht es ISI, das volle Spektrum seiner möglichen Aktivitäten auszuschöpfen und sich in neuen Feldern zu engagieren. Sie bietet auch die Chance, den Migrationsdialog stärker im Kulturbereich zu akzentuieren. Durch unsere Teilnehmerinnen verfügen wir über ein immenses Potenzial an Talenten, die nur darauf warten, sich zu entfalten. Das versetzte uns in die Lage, diese Ausstellung mit hohem künstlerischen Niveau und einer über Erwarten erfolgreichen Vernissage zu organisieren.Während meiner Begrüßungsrede habe ich die Geschichte von Hodja Nasrettin geteilt, die symbolisch für ISI und seine Arbeit steht. Es ist die Geschichte von Hodja, der im Meer einen Löffel Yogurt umrührt. Ein Freund geht an ihm vorbei und fragt ihn, was er da macht. Hodja schaut auf das Meer und antwortet: “Ich mache Buttermilch!” Sein Freund entgegnet verwundert: “Du bist völlig verrückt! Wie kannst du im Meer mit einem Löffel Yogurt Buttermilch machen?” Hodja antwortet daraufhin: “Du hast recht, mein Freund… das scheint unmöglich zu sein… Aber stell dir vor, wenn es doch möglich wäre, wie fantastisch wäre das!” Während meiner Zeit als Vorstandsmitglied von ISI habe ich immer wieder erlebt, wie Visionen trotz anfänglicher Schwierigkeiten und scheinbarer Unmöglichkeiten Realität werden können. Dieses Vertrauen möchten wir an alle Frauen bei ISI weitergeben und sie ermutigen, sich zu trauen.

Das ist eine sehr schöne Geschichte! Für die einzelnen Künstlerinnen ist diese Ausstellung sicherlich ein intensives Erlebnis. Wie hilft der individuelle Prozess des Neuanfangs und persönlichen Wachstums Frauen dabei, sich an neue Lebensumstände anzupassen und ihr persönliches Potenzial zu entfalten?

C.C.: Frauen mit Migrationsgeschichten müssen lernen, souverän mit dem Unbekannten und den Herausforderungen des Neuen umzugehen. Das erfordert Mut und Resilienz –  Eigenschaften, welche Frauen, die sich in einem neuen Land behaupten, in ausreichendem Maße mitbringen. Wir erleben das bei unseren Teilnehmerinnen, die durch Krieg oder politischen Umwälzungen fern von ihrer Heimat leben muss oder sich aufgrund ihres Emanzipationsprozesses oder ihrer Entscheidung, ihrem Partner in ein fremdes Land zu folgen, auf die Reise begeben. In jedem Fall geht es darum, sich selbst zu vertrauen, Kraft zu schöpfen und die Herausforderungen der neuen Lebensumstände anzunehmen. Es ist ein Prozess der Neuorientierung und des Wachsens über die eigenen Grenzen hinaus und der Bereicherung, die sich daraus für die einzelne Frau selbst und für ihr Umfeld ergeben kann.

Newsletter #54 | Januar 2024

Ein herzliches Willkommen zum ersten Newsletter im neuen Jahr! Wir bedanken uns für Ihr anhaltendes Vertrauen und freuen uns auf ein erfolgreiches 2024.

Das Team des ISI-COMPETENZentrum für Selbständige ist voller Elan und engagiert dabei, das Qualifizierungsangebot noch attraktiver zu gestalten. Wir haben unser vielfältiges Angebot an Kursen, Workshops und Coachings erweitert und werden unser Highlight, das Mentoring-Programm, in diesem Jahr weiter ausbauen. 

Vom 13. bis 29.02.2024 veranstalten wir in Zusammenarbeit mit dem Ludwig-Erhard-Forum für Wirtschaft und Gesellschaft die Ausstellung “SICHTBARsein”. Wir laden Sie herzlich zur Vernissage am Dienstag, den 13.02.2024 um 18 Uhr in die beeindruckende Kulisse der Mexikanischen Botschaft ein! 

Vernissage Kunstausstellung: SichtbarSEIN – Migration, Frauen und künstlerische Identitäten

SichtbarSEIN Migration, Frauen und künstlerische Identitäten
Eine Kunstausstellung über Mut, Anpassung und Neuanfang

13.2. – 29.02. 2024 in der Botschaft von Mexiko

Ein Kunstprojekt der I.S.I. e.V. Initiative Selbstständiger Immigrantinnen und des Ludwig-Erhard-Forums für Wirtschaft und Gesellschaft

Hiermit laden wir Sie recht herzlich zur Vernissage am 13. Februar 2024 um 18:00 Uhr in die Botschaft von Mexiko ein.

Die Ausstellung SichtbarSEIN zeigt die Vielfalt und die Perspektiven von Künstlerinnen mit Migrations- und Fluchterfahrung in der Kunstwelt. Ihre Werke spiegeln auf eindrucksvolle Weise ihre Lebenswege und kulturellen Identitäten wider.

Die ästhetische Anmutung der Werke stellt Vorurteile und Stereotypen im Zusammenhang mit Migration und Identität zur Diskussion. So erkundet die Ausstellung die vielfältigen Facetten von Fremdheit und fördert ein tieferes Verständnis der Komplexität von Migrationsgeschichten.

Datum: Dienstag, 13. Februar 2024

Zeit: 18:00 Uhr (mit anschließendem Empfang)

Ort: Botschaft von Mexiko, Klingelhöferstraße 3, 10785 Berlin-Tiergarten

In Anwesenheit des Mexikanischen Botschafters, seiner Exzellenz Francisco Quiroga.

Nicht nur eine neue Küche, sondern ein Ort des Wohlfühlens

ISI engagiert sich seit über 30 Jahren für die Qualifizierung und Begleitung von Frauen mit Migrationshintergrund auf dem Weg zur Selbständigkeit. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass dieser Weg nicht nur mit Inhalten zu bewältigen ist, sondern auch durch den Aufbau eines starken Netzwerks und die Schaffung einer unterstützenden Umgebung.

Um die Gemeinschaft und den Zusammenhalt zu fördern, hat ISI kürzlich die Renovierung ihrer Küche und Essraum abgeschlossen. Diese Veränderungen gehen weit über das Äußere hinaus und schaffen einen geschützten Raum, der nicht nur dem gemeinsamen Essen dient, sondern auch zum Wohlfühlen, Vernetzen und Austauschen für internationale Frauen einlädt.

Wir betrachten diesen frisch renovierten Raum als Treffpunkt zur Stärkung von Frauen und für kulturellen Austausch.

Ein Gespräch mit ISI-Vorstandmitglied Shahla Payam

Ein Gespräch mit ISI-Vorstandmitglied Shahla Payam

Liebe Shahla, Du lebst schon lange in Berlin und bist vor vielen Jahren aus dem Iran hierher gekommen. Wie hast du den Neuanfang hier erlebt?

Ja, ich kam 1972 nach Frankfurt. Ich habe dort studiert. Am Anfang war es sehr schwer. Es war noch nicht so multikulturell wie heute. Jetzt ist es ganz anders. Eine ganz große Entwicklung im Vergleich zu früher, was Ausländer angeht. Worauf ich auch stolz bin, dass ich diese Entwicklung von den Siebzigern bis heute mitgemacht habe.

Was hat sich verändert?

Es hat sich viel verändert. Vieles hat sich geändert, was das Recht und die Gesetze für Ausländer betrifft. Damals war es schwierig. Man konnte hier keine Arbeitserlaubnis bekommen. Wir durften nur hier studieren und dann wieder gehen. Alle sechs Monate mussten wir unsere Aufenthaltserlaubnis neu beantragen. Wir mussten uns selbst finanzieren. Und mit der Wohnung war es sehr schwierig. Überall stand „KA“, ich hab das nicht verstanden, das hieß „keine Ausländer“… überall in den Zeitungen, wenn man eine Wohnung gesucht hat. Und das war ein Gefühl, nicht dazu zu gehören. Nicht nur juristisch, gesetzlich, sondern auch menschlich. Dank vieler Aktivitäten, vor allem von Frauen, die ich an der Universität kennengelernt habe, gab es einen großen Sprung nach vorne. Wir sind aus dem Iran als Frauen mit der Einstellung gekommen, dass wir einfach nach vorne schauen, etwas Modernes studieren, zurückkommen und das Land aufbauen. Und natürlich haben wir diese Kraft, diese Energie hier investiert.

Und du bist schon lange im Verein. Wann und wie bist du zu ISI gekommen?

Ich habe mich schon immer für Jugendliche und Familien eingesetzt, natürlich auch für Frauen. Ich habe verschiedene Vereine mitgegründet und ein Praktikum an der TU bei Frau Lucía Muriel gemacht. Von ihr habe ich viel gelernt und sie war es auch, die gesagt hat, Shahla, komm zu ISI, da bist du richtig. Mein Lebensinhalt ist andere Menschen zu lieben und mich nützlich zu machen. Das ist das, was mich motiviert, Menschen, die vielleicht jahrelang immer benachteiligt waren, Kinder, Jugendliche und eben Frauen mit Migrationsgeschichte. Denn ich habe das selbst erlebt. Ich habe Informatik studiert, durfte danach nicht in meinem Fach arbeiten. Ich hatte keine Arbeitserlaubnis, keine Wohnung, keinen Aufenthaltserlaubnis, ich saß zwischen den Stühlen. Und das war zur Zeit des Krieges im Iran. Als die Mauer in Berlin fiel, verloren viele Menschen mit Migrationsgeschichte ihre Arbeit. Unsere Arbeitsplätze haben Menschen aus den neuen Bundesländern bekommen. So entstand die Initiative Selbständiger Immigrantinnen. Die Idee von ISI hat mich fasziniert. Wir haben uns selbst geholfen, als es schwierig wurde und wir die ersten waren, die verloren haben. 

Was wünschst du dir von der Politik, damit Frauen mit Migrationsgeschichte mehr Chancen, Gleichberechtigung auf dem Arbeitsmarkt und mehr Teilhabe an der Gesellschaft haben?

Ich wünsche mir mehr Frauen in der Politik, dass man ihnen die Chance gibt, in die Politik zu kommen, damit sie auch Entscheidungen treffen können. Denn Frauen verstehen die Probleme von Frauen mit Migrationshintergrund besser, ob das die Familie ist, ob das die Kinder sind, ob das das Geld ist. Sie können die Probleme besser einschätzen und sind sensibler. Deshalb wünsche ich mir mehr Frauen in der Politik und nicht, weil wir als Frauen nur per Quote da sind.

Du bist seit vielen Jahren Schöffin

Ja, wie gesagt, ich bin jemand, der nicht wegschaut. Menschen sind mir wichtig. Ich liebe Menschen und Gerichte sind Orte, an denen ich auch etwas bewirken kann. Vielleicht wenn eine Frau mit Migrationshintergrund vor Gericht kommt, oder Kinder, Jugendliche, sehen mich mit meinen dunklen Haaren, das wirkt vielleicht beruhigend auf sie. Wenn ich damit etwas erreichen kann, dann bin ich zufrieden. Im Gericht kann ich keine wichtigen Entscheidungen treffen. Aber durch meine eigenen Erfahrungen und Kenntnisse kenne ich die Probleme, die Frauen oder Männer oder Kinder mit Migrationshintergrund in Deutschland haben. Zum Beispiel ein Kind, das hier geboren und aufgewachsen ist und keinen Pass hat. Da kann ich vielleicht einem Richter aus meiner Erfahrung sagen, wie das hinter den Kulissen abläuft. Und wenn ich da etwas jugendgerecht, sozial gerecht machen kann, dann bin ich zufrieden.

Welche Herausforderung siehst du als Vorstandsmitglied von ISI für die Zukunft?

Für unsere Frauen geht es nicht nur um Arbeit, Geld verdienen, sie finden hier auch ein Stück Sicherheit, ein Stück Heimat. Hier können sie sie selbst sein. Und ich mache mir Sorgen: die Kürzungen, die die Politik im Moment plant. Ich wünsche mir noch mehr ISI in ganz Deutschland, in ganz Europa, und ich habe Angst, dass diese Träume nicht wahr werden. Die Vision von ISI kann man überall bringen, weil diese Probleme, die sehe ich bei allen Frauen und in Europa sehe ich diesen Bedarf extrem. Menschen mit Migrationsgeschichte sind eine Bereicherung für die Gesellschaft. Wir bringen in unserer Vielfalt, Fähigkeiten, Kompetenzen und natürlich auch die Kontakte, die Netzwerke in die eigenen Länder, andere Ideen, anderes Wissen, andere Weisheit mit.

Welche Probleme hat eine Frau mit Migrationsgeschichte, die hier in Berlin ein Unternehmen gründen will?

Das sind die Hintergründe. Ob das zu Hause ist, ob das die Kinder sind, ob das der Migrationshintergrund ist. Wir reden immer von Integration, Gleichberechtigung auf Augenhöhe, aber es ist wirklich nicht viel davon umgesetzt worden. Solange es nicht wirklich hundertprozentige Gleichheit, Gerechtigkeit gibt, brauchen wir unbedingt für Frauen, vor allem mit Migrationshintergrund, solche Vereine wie ISI, solche Unterstützung und solche Aktivitäten.

Gibt Frauen bei ISI, die dir besonders in Erinnerung geblieben sind?

Ja, da gibt es einige, aber an eine erinnere ich mich ganz besonders. Vor Jahren habe ich vor dem Schönenberger Rathaus ISI-Flyer verteilt, da kam eine Frau und wollte keinen Flyer haben, sie sagte: „Was soll ich damit? Ich bin Ausländerin, ich bin Hausfrau, ich bin schwanger, ich habe noch ein Kind. Ich kann nichts, ich habe nichts gelernt“. Und ich: „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, etwas zu tun. Mach etwas, was du sonst gerne zu Hause machst“, „ich kann gar nichts“, sagte die Frau, „ich koche nur, ich backe gerne“. Dann bitte mach das, dann verkaufe es, mach Werbung im Internet, bei den Nachbarn, mach einen Katalog, irgendwas. Jetzt bist du schwanger, jetzt bist du zu Hause, jetzt kannst du damit anfangen.“ Ich dachte, ich sehe diese Frau nie wieder. Nach Jahren mache ich die Tür im ISI auf und eine erfolgreiche Geschäftsfrau kommt mir entgegen und sagt: „Du bist die Frau, die mir damals gesagt hat, nimm was du hast und mach was draus.“ Das war ein Glücksmoment für mich. Es gibt auch meine Jugendlichen, die jetzt erwachsene Männer sind, die mich umarmen, wenn sie mich sehen, und dann denke ich, okay, mein Leben hat einen Sinn.

 

Newsletter #52 | November 2023

Mit dem Ende des Jahres in Sicht möchten wir in unserer Novemberausgabe des Newsletters nicht nur auf unsere Erfolge zurückblicken, sondern sie auch gemeinsam mit Ihnen feiern: Sie sind herzlich eingeladen zur ISI-Jahresfeier am 14. Dezember 2023. Registrieren Sie sich jetzt!

Vorbilder-Aktion von BMKW: ISI stellt ihre Vorbilder vor

ISI e.V. wurde eingeladen, bei der Aktion “Vorbild-Unternehmerinnen” teilzunehmen: Das BMKW (Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz) hat die Initiative „FRAUEN unternehmen“ ins Leben gerufen, um Frauen zur beruflichen Selbstständigkeit zu ermutigen und Mädchen für das Berufsbild „Unternehmerin“ zu begeistern.

Von 13. November bis 14. Dezember werden bemerkenswerte Frauen auf den Social Media Kanälen der Teilnehmende Organisationen vorgestellt, die als Vorbilder dienen und die Welt mit ihren innovativen Ideen und ihrem unermüdlichen Einsatz verändern. Von Technologie über Mode bis hin zu sozialem Unternehmertum – diese Frauen haben es geschafft, Barrieren zu durchbrechen und ihre Träume zu verwirklichen.

Frauen sind als Unternehmerinnen genauso erfolgreich wie ihre männlichen Kollegen. Wir möchten ihnen für ihren Mut, ihre Entschlossenheit und ihre Führungsqualitäten danken. Sie sind nicht nur erfolgreiche Unternehmerinnen, sondern auch Vorbilder für zukünftige Generationen von Geschäftsfrauen.

Welche Unternehmerinnen hat ISI als Vorbild vorgeschlagen? Um es zu erfahren, folgen Sie  unsere Social Media Kanäle:
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